Der Drang zu schaffen

Seit einigen Tagen habe ich das starke Bedürfnis Sachen zu erstellen. Ich möchte meinen spontanen Ideen Leben einhauchen. Ich weiß nicht woher dieses plötzliche Verlangen kommt aber ich finde es interessant. Quasi seit meinen Regelschulzeiten habe ich nichts mehr gebaut. Damals noch im Werken Unterricht musste man ja eigentlich immer irgendwas Sägen und erstellen. Seit dieser Zeit gibt es sowas nicht mehr in meinem Alltag. In der Ausbildung habe ich Dinge quasi nach Anleitung bauen müssen. Nichts was mich wirklich befriedigt. Im Studium wird ebenso nichts wirklich gebaut. Und dann sieht man jeden Tag wie Leute einfach machen. Einfach Dinge umsetzen die ihnen in den Sinn kommen. Sei es in Form eines Bildes wie es der grandiose @_piccolo bei Instagram macht, in Video Form ein Jake von VSauce3, in Handwerklicher Form ein Paul von NerdyTimber (wirklich größten Respekt davor) oder auch in jeder anderen denkbaren Art und Weise. Zu sehen wie diese Leute einfach erschaffen, Ihren Ideen Form geben und am Ende ein Ergebnis in der Hand halten zeigt mir auf das ich sowas auch machen möchte. Also fange ich an. Ganz klein, im Rahmen meiner Möglichkeiten. Zum Beispiel damit: 

Das erste Bild zeigt eigentlich nur einen kleinen Versuch meinen Nachtschrank zu verschönern. Deutlich ist das ich dafür wohl Acryl Farbe bräuchte um es richtig zur Geltung zu bekommen. So ist es gerade mit Tusche gemalt und die würde bei der kleinsten Berührung verwischen. Sehr ungünstig also.

Bei dem zweiten Bild handelt es sich um eine Zeichnung die ich eigentlich nur im Fernbus auf dem Weg nachhause angefertigt habe. Weil mir die aber erstaunlich gut gelungen ist wollte ich mal schauen wie das ganze koloriert aussieht. Die Idee es über die Grenze des Buches selbst hinaus fortzuführen habe ich mir bei dem grandiosen (und oben erwähnten) Piccolo geklaut.

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Auch hier muss ich sagen das mir das ganze eigentlich sehr gut gelungen ist. Wobei der Arbeitsaufwand noch recht hoch war beim ersten Versuch. Insgesamt sind da wohl so 5-6 Stunden untergegangen.

Gerade schwirrt mir die Idee im Kopf herum auf kleinen Bilderrahmen die Gesichter von Finn, Jake, Marceline und Princess Bubblegum zu Zeichnen und das ganze dann mit oben angesprochenen Acrylfarben zu kolorieren. Hätte mir sowas vor 10 Jahren jemand erzählt ich hätte Ihn ausgelacht. Eigentlich liegt mir malen überhaupt nicht. Aber ich bin froh Spaß daran zu haben.

Bauchentscheidungen

Und du wirst 21, 22, 23
Und du kannst noch gar nicht wissen, was du willst

Ich hasse es wichtige Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen die das Potential haben das ganze Leben zu verändern. In solchen Situationen wünsche ich mich immer zurück in die Regelschule als das Leben noch ohne richtige Konsequenz verlief. Jeden Tag Schule, die nächsten Ferien freudig erwarten und das war es schon. Alles lief auf Schienen und geregelt. Ironisch das man die Freiheit wünscht und dann überfordert ist wenn diese vor einem liegt und etwas von einem fordert.

Dieser Hass gegenüber Entscheidungen ging schon in der 10. Klasse los. Überall kam die entscheidende Frage auf einen zu: „Was willst du machen?“, „Was willst du lernen?“ oder „Wie soll es weitergehen nach dem Abschluss?“. Puh, fragt mich das doch nicht! 10 Jahre Schienen und lediglich 3 absolvierte Praktika reichen doch nicht um sich festzulegen was man lernen will. Ich kann doch unmöglich mit 15 wissen was ich potentiell den Rest meines Lebens arbeiten möchte. Ich war überfordert. Ich bewarb mich auf gutes Gelingen bei einer Hand voll Firmen. Ein Vorstellungsgespräch später hatte ich dann einen Vertrag in der Hand. „Ist das wirklich das was ich machen will?“ Puh, keine Ahnung. Die anderen Bewerbungen bekamen keine Antworten also blieb es dabei. Drei Jahre später war dann klar das die Lehre zwar durchaus interessant war, aber ich keinesfalls mein Arbeitsleben in der Fertigung verbringen will. Monoton, ohne Hirn vor mich hin Arbeiten war mir nichts. Gut, dann also dem Arbeitgeber und den super Kollegen (zumindest in der letzten Abteilung) den Rücken kehren und Fachabitur machen. Möglichkeit zu studieren. Da wird sich doch was finden lassen was ich wirklich machen will! Immerhin gibt mir das ein Jahr länger Zeit zu überlegen.

Schnitt, Ende der Fachoberschule und kein Stück schlauer als vorher. Die Noten sind super, aber der Abschluss lässt eben nur ein Studium an der FH zu. Luft- und Raumfahrt fand ich schon immer interessant. Nun, Aachen hatte da noch Studiengebühren die ich mir nicht im Ansatz leisten konnte, fällt also weg. Der Rest der lehrenden Hochschulen waren Universitäten. Das Thema hat sich also erledigt. Ich könnte ja Physik in Darmstadt studieren. Aber ich als einfacher Kerl mit FOS Abschluss an der TU? Das wird doch nichts. Lieber auf ein sichereres Pferd setzen. Mal lieber in der Heimat „Physikalische Technik“ studieren. Damit kann man doch viel machen!

Schnitt, Ende des Studiums und kein Stück schlauer als vorher. Die Thematiken waren zwar überwiegend interessant, aber was ich damit anfangen will weiß ich trotzdem nicht. Aber hey, ich kann mich jetzt Bachelor of Science nennen! Klingt schon mal toll. Trotzdem muss da doch noch was gehen. Also auf gutes Gelingen bei einigen Universitäten angefragt ob man nicht mit einem Abschluss einen Master in Luft- und Raumfahrt machen kann. Aachen: „Sie haben einen 180 ECTS Bachelor, wir setzen 210 voraus, keine Chance.“ Stuttgart: „Ich kann Ihnen das auch nicht beantworten, bewerben Sie sich und schauen sie was passiert.“ Na danke denke ich mir, wahnsinnige Hilfe das alles. Dresden antwortete für 2 Monate gar nicht. Doch dann, urplötzlich ein Lebenszeichen: „Wir haben Ihre Unterlagen überprüft und teilen dem Immatrikulationsamt unsere Empfehlung mit Sie zu akzeptieren.“ Jetzt sitze ich im zweiten Semester und studiere Maschinenbau mit Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik im Diplom. Endlich in der Branche die mich schon vor fast 8 Jahren interessiert hat als ich eine Bewerbung zu EADS schickte.

Und trotzdem stehe ich wieder vor dem Punkt eine Entscheidung treffen zu müssen die ich nicht einwandfrei fällen kann. Was soll ich nun wirklich machen? Luftfahrzeugtechnik und damit Flugzeugbau oder doch Raumfahrttechnik und damit Raketen bauen? Seit Oktober 2015 frage ich mich das und ich bin nach wie vor nicht zufrieden mit meiner Entscheidung. Wie soll ich das auch entscheiden wenn doch beides seine Vor- und Nachteile hat die sich nichts schenken?

Am Ende ist es doch wieder das was schon bei der Ausbildung und der Entscheidung für das erste Studium passiert ist. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Was daraus wird muss wohl die Zukunft zeigen. Ich hoffe nur ich kann in 20 Jahren zurückblicken mit dem Wissen das ich mich erneut so entscheiden würde. Wenn ich dann „Raketenwissenschaftler“ auf meiner Visitenkarte stehen habe.

Finding yourself

Ich bin sehr emotional. Ich rede häufig mit mir selbst. Beide Eigenschaften führen dazu das ich mich gerne beim schauen von Anime gehen lasse. Dies konnte ich bei „Attack on Titan“ ebenso wie bei „Sword Art Online“ oder „Log Horizon“ beobachten. Diese drei Anime sind häufig Actionlastig. Wenn Kirito als erster und einziger Spieler überhaupt den Zwei Schwerter Kampf benutzt und damit alleine einen Boss besiegt um seine Freunde zu retten bin ich gefangen. Ich werde laut, ich fiebere mit und schreie sogar (so geschehen im nahezu finalen Kampf von AoT). Damit können Anime bei mir Emotionen ans Tageslicht bringen die sonst z.B. Sport weckt. All dies ist nicht schlimm. Doch es verwirrt mich auch manchmal. Wie heute, bei „Sakurasou no Pet na Kanojo“. Warum es mich verwirrt? Weil dieser Anime keine aufregenden Momente hat. Es sind viel mehr Geschichten der leisen Worte die hier erzählt werden. Geschichten wie ich sie schon in „5 cm per Second“ oder „Garden of Words“ gerne gehört habe. Und doch schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen, Werfe den Kopf auf den Tisch oder pausiere die Folge um mir die Situation nochmals selbst vor Augen zu führen.

Sakurasou no Pet na Kanojo beleuchtet das Leben von Sorata. Ein Junge der Oberstufe der Sui High der keine Ahnung hat wie er sein Leben gestalten soll. Er wohnt im namengebenden Sakurasou, einem Wohnheim der Schule für „Problemschüler“. Dort ist er aber nicht untergebracht weil er negativ auffiel, nein, er ist nur dort weil im normalen Wohnheim keine Tiere erlaubt sind und er eine streunende Katze aufgenommen hat. Diese darf er mit in das Sakurasou nehmen und somit ist es beschlossen. Als nun eines Tages eine gewisse Shiina Mashiro im Wohnheim einzieht dreht dies sein Leben auf links. Mashiro ist eine geniale Malerin die mit dem Ziel Mangaka zu werden nach Japan gekommen ist. Der Haken daran ist einzig, dass Sie nicht in der Lage ist ein selbstständiges Leben zu führen. Sie lebt für das Zeichnen, voll und ganz. Aus diesem Grund ergibt es sich das Sorata für Sie sorge trägt und sich um Sie kümmert. Was bis hier vollkommen unspannend wirkt ist es auch. Die Geschichte dreht sich im recht kleinen Rahmen, wird konsistent von Folge zu Folge weiter gesponnen und deutet stehts an was der große Punkt ist: die sich entwickelnde Liebe zwischen der emotional unbedarften Shiina und Sorata.

Shiina hat mit Ihrem 100 prozentigen Einsatz und Eifer für ihre Leidenschaft eine Wirkung auf Sorata die er nie erwartet hätte. Sie beflügelt Ihn dazu seinen eigenen Traum verwirklichen zu wollen, dafür hart zu arbeiten und sich richtig rein zu hängen. Die Sache ist einzig das Sorata eben kein Genie ist. Und so folgt ein Fehlschlag auf den nächsten. Eine Situation die mich emotional vollkommen mitreißt. Aber wie kommt es unter diesen Umständen zu einer so heftigen Reaktion von meiner Seite? Aus einem simplen Umstand heraus: Ich bin Europäer. Anime bilden für gewöhnlich Situationen aus dem Leben von Japanern ab, mit Ihren Werte und Norm Vorstellungen, mit ihren sozialen Strukturen und allem was dazu gehört. So manchem ist sicher bekannt wie steif Japaner sein können. Packt man dies nun in eine sensible und emotionale Liebesgeschichte wird es für mich teils unverständlich. Als Europäer ist eine offene und teils sehr Körperbetonte Art allgegenwärtig. Trifft man Freunde umarmt man sich, eine vermeintlich unkomplizierte Geste die in der Japanischen Gesellschaft offensichtlich kaum möglich scheint wenn diese zwischen Mann und Frau erfolgen soll. Und so wird jede Emotionale Szene zur Tortur wenn wieder nicht die Gefühle ausgesprochen werden, wenn wieder keine Umarmung erfolg wo sie angebracht wäre. Es ist erschütternd mitreißend zu sehen wie die beiden mit der Situation zu Kämpfen haben, mit den Gefühlen die Sie so nie kannten und die sie beeinflussen. Ich habe Sakurasou sehr genossen. Es ist genau der Ton den ein Anime anschlagen muss um bei mir genau ins Schwarze zu treffen.

An dieser Stelle möchte ich auch auf den Anime „Your Lie in April“ hinweisen. Dieser hat mich ebenso wie Sakurasou komplett aus der Bahn geworfen. An einem faulen Sonntag begann ich Your Lie zu schauen und konnte nicht aufhören ehe die letzte Folge endete. Alles dazwischen war ein emotionaler Ritt durch die Hölle. Wenn man Your Lie in April am Stück schaut, so muss man sich auf harten Tobak einstellen. Auf die Geschichte gehe ich hier nicht weiter ein.

Samantha.

Theodore: Oh, what do I call you? Do you have a name?
Samantha: Um… yes. Samantha.
Theodore: Really? Where did you get that name from?
Samantha: I gave it to myself actually.
Theodore: How come?
Samantha: Cause I like the sound of it. Samantha.
Theodore: When did you give it to yourself?
Samantha: Well, right when you asked me if I had a name I thought, yeah, he’s right, I do need a name. But I wanted to pick a good one, so I read a book called „How to Name Your Baby“, and out of a hundred and eighty thousand names that’s the one I liked the best.
Theodore: Wait, you read a whole book in the second that I asked what your name was?
Samantha: In two one hundredths of a second actually.

Samantha also, ein Name den Theodore wohl sein Leben lang nicht vergessen wird. Theodore ist ein unscheinbarer Mann. Ein Mann der Hauptberuflich emotionale Briefe im Auftrag anderer Menschen für ihre geliebten schreibt. Theodore ist ein sensibler Mann, und er ist verletzt. Nach vielen Jahren hat sich seine Frau entschieden das die Ehe der beiden nicht fortbestehen kann wie sie ist und damit die Scheidung verlangt. Diese steht zu Beginn des Films allerdings seit etwa einem Jahr im Raum. Die gemeinsame Zeit des Erwachsenwerdens, des Lebens und Liebens, all das hat die beiden geprägt und macht damit den finalen Abschluss schwer. Als Theodore dann eines Tages von einem neuen Betriebssystem erfährt, das eine künstliche Intelligenz besitzt, gibt er diesem eine Chance und wird überrascht von der Menschlichkeit die in diesem System steckt. Ausgehend von diesem Grundgerüst entwickelt sich eine Geschichte die nie zu abgedreht wird. Stehts bleiben die Handlungen von Theodore nachvollziehbar und klar. Diesen Punkt rechne ich dem Film hoch an da er so sehr angenehm über seine 2h Laufzeit trägt.

Besonders interessant finde ich an dem Film allerdings die Botschaften die man selbst in die Geschichte interpretieren kann. Eine Liebesbeziehung zwischen einem Menschen und einer nicht physisch existierenden Persönlichkeit treibt für mich den Gedanken der pluralistischen Gesellschaft auf die Spitze. Gerade in Hinblick auf den Umstand das selbst eine homosexuelle Beziehung, die mittlerweile schon überwiegend toleriert wird, doch noch häufig mit argwöhnischen Blicken und Vorurteilen zu kämpfen hat. Wie soll dann eine Beziehung mit einem Computer je legitimiert werden? Es ist viel grundlegender eine generelle Frage der Toleranz für Lebensweisen, die Personen für sich gewählt haben. Wirft man allerdings einen Blick auf das Bild der Gesellschaft die in „her“ gezeigt wird zwingt sich unvermeidbar ein Gefühl der Distanz auf. Es wirkt glaubhaft wie eine unmittelbare Zukunftsversion der Gegenwart. Die Interaktion zwischen den Menschen schrumpft weiter, die Interaktion mit dem Smartphone steigt und wird durch einen Ohrstöpsel der mit diesem verbunden ist noch omnipräsenter. Dazu kommt der Fakt das jeder die Spracheingabe nutzt und damit permanent mit sich selbst redet. Unter all diesen Geistern fällt gar nicht weiter auf wenn Theodore nicht nur eine Mail diktiert oder die Nachrichten hört, sondern liebevoll mit Samantha spricht. Durch Ihre unbegrenzten Möglichkeiten sich über das Internet weiter zu entwickeln und Theodores Leben zu analysieren stellt sich Samantha sehr auf Theodore ein und zieht so auch den Zuschauer direkt in Ihren Bann. Das die Stimme von Scarlett Johansson hier eine wichtige Rolle spielt will ich dabei nicht unterschlagen. Diese glänzt mit ihrem sanften Stimme ebenso wie es Joaquin Phoenix während des gesamten Films tut. Ich finde es immer wieder faszinierend wie ein Film der leisen Töne und des seichten Erzählflusses so eindrücklich im Gedächtnis bleibt. Hier verdient Spike Jonze großes Lob. Dieses bekommt er auch für die tollen Bilder die der Film liefert. Um die futuristische Zukunft darzustellen wurden viele Szenen in Shanghai gedreht. Dies fällt selten direkt ins Auge, ist dem Film aber sehr zuträglich.

Abschließend bleibt mir nur eine Empfehlung aussprechen. Her hat vollkommen zurecht einen Oscar für das beste Drehbuch bekommen und qualifiziert sich damit schon von ganz allein für einen gemütlichen Filmabend.

Her: 9/10

PS: Ich habe die Blu-Ray Version geschaut im Englischen O-Ton mit Englischen Untertiteln. Die verwendete Sprache ist nahezu immer auch ohne Untertitel mit Schulenglisch zu verstehen, teils aber durch Flüstern sehr leise, was die Untertitel doch vorteilhaft macht.

Anbei nochmal die Liste der noch zu schauenden Filme:

  • Nebraska
  • Philomena
  • Blue Jasmine
  • Der große Gatsby
  • Dallas Buyers Club
  • 12 Years a Slave
  • Captain Phillips
  • Her
  • Helium (Kurzfilm)
  • Mr Hublot (animierter Kurzfilm)

Von diesen Filmen liegt die Blu-Ray schon hier:

  • All is Lost
  • The Act of Killing (Dokumentarfilm)
  • Der Butler
  • Rush

Mein erstes Interview

Ich hatte während der Gamescom die Möglichkeit als Jugendredakteur für Spielbar.de mit einem Presseausweis durch die Hallen zu düsen und in den Alltag eines Journalisten hereinzuschnuppern (Artikel folgt die Tage). Dafür hatte ich vorher auch einen Interview Termin mit Manu und Michael von Insert Moin aus gemacht. Dieses wurde auch auf Spielbar veröffentlicht allerdings aus Redaktionellen Gründen gekürzt und leicht abgewandelt. Deshalb hier noch einmal Ungekürzt (und die Audio Datei für Lesefaule).

Kevin: Hallo Manu und Michael, stellt euch bitte erstmal vor.

Manu: Hallo, ich bin der Manu, seit 4 Jahren Moderator des Podcast Insert Moin und mache das jeden Tag.

Micha: Hallo, ich bin der Micha und ebenfalls Moderator bei Insert Moin

Kevin: Wie viele Leute erreicht ihr täglich mit euren Podcasts?

Manu: Das ist schwer zu ermitteln. iTunes gibt einem Produzenten keine Zahlen über die tatsächlichen Abos. Im Gegensatz zu Youtube wo ja klar die Klicks angezeigt werden bietet iTunes das nicht. Direkte Downloads von unserer Seite liegen bei 100-120 Tausend pro Monat.

Kevin: Zunächst lief euer Podcast ja nicht auf der Plattform Superlevel. Wie kam es zum Plattform und Namenswechsel?

Manu: Das stimmt, zu Beginn des Podcasts hieß dieser noch „Breakfast at Manuspielt‘s“ welcher auf meinem eigenen Blog lief. Da ich als Blogger über Spiele angefangen habe, bin ich dann zu Superlevel gekommen und habe für diese Plattform über Spiele geschrieben. Der Betreiber von Superlevel (Fabu) hatte mal einen (Gag-)Podcast mit 2 Folgen angefangen unter dem Namen Insert Moin in dem er Redakteure früh um 6 ohne Ihr Wissen angerufen hat um mit diesen schlaftrunken über Spiele zu reden. Da wir uns als Frühstückspodcast bezeichnet haben ergab es für uns Sinn hier auf eine Verknüpfung zu setzen. Die Bedingung war aber das wir den grandiosen Namen bekommen.

Kevin: Seht Ihr Spiele als Kunst?

Micha: Ich glaube Spiele können Kunst sein. Projekte wie von Tale of Tales (u.a. The Graveyard) gehen in Richtung Installationskunst und wollen das. Ebenso gibt es ein Spiel des Entwicklers Ice-Pick Lodge mit dem Namen „The Void“ welches sogar im Moskauer „Museum of Modern Arts“ ausgestellt wurde. Aber ich glaube nicht, dass Spiele per se Kunst sind. So wie es im Film Michael Bay und Art House gibt kann man da auch im Medium Videospiel unterscheiden. Spielen können Kunst sein, ganz nach dem Motto: „alles kann, nichts muss.“

Manu: Ich sehe das etwas anders. Jedes Spiel ist Kunst weil es ein künstlerisches Medium ist. Egal ob nun Call of Duty oder The Journey, für jedes Spiel denken sich Leute Dialoge aus. Oder man denke nur an die Musik. Das ist ein Künstlerischer Ausdruck und damit Kunst.

Kevin: Was denkt Ihr muss passieren, damit Spiele auch in der Mitte der Gesellschaft als Kunst gesehen werden?

Manu: Die Frage ist muss es das überhaupt? Spiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen wenn man sieht, dass jeder spielt. Betrachtet man in der Straßenbahn wie viele Leute mit ihrem Handy spielen oder, dass man auf jeder Party eine Wii hinstellen kann und diese angenommen wird sind Spiele in der Gesellschaft angekommen. Meist wird die Frage aber aus der Sicht der Core-Gamer gestellt und das muss nicht in der Gesellschaft ankommen.

Micha: Sehe ich genauso. Ich denke auch nicht das Core-Gaming im Sinne von hochspielen und immer besser werden nicht ankommen wird. Es wird sich nicht jeder beispielsweise DotA2 runterladen nur weil es ein Core-Game ist. Dazu kommt das es eine Generationsfrage ist. Die Akzeptanz wird immer größer weil die Leute die mit Spielen aufgewachsen sind auch älter werden.

Kevin: Ihr nutzt wie viele andere Kreative die Plattform Patreon auf der Hörer euch monatlich mit Geld unterstützen können. Wie hilft euch diese Finanzierung?

Manu: Konkretes Beispiel: Ich habe die Unterkunft und die Fahrtkosten während der Gamescom so bezahlt. Ebenso werden Anschaffungen wie die Oculus oder ähnliche für uns damit bezahlt da wir diese Sachen für den Podcast nutzen. Kleine Redaktionen bekommen auch nicht immer Testmuster zu Spielen die man dann organisieren muss. Da ich Selbstständig bin kann ich so auch mehr Zeit für den Podcast freihalten.

Kevin: Was würdet Ihr jungen Menschen empfehlen die mit Ihrer eigenen Idee durchstarten wollen?

Manu: Sofort aufhören! Die machen uns ja sonst Konkurrenz (lacht).

Micha: Einfach machen. Sich nicht verkrampfen, dran bleiben und mit der Zeit das eigene Projekt besser kennen lernen und merken was funktioniert und was nicht. Wenn man das mit Leidenschaft macht wird es auch angenommen.

Kevin: Wie bewertet Ihr das Medium des „Let’s Play“ und den Erfolg den es feiert?

Manu: Im Grunde sehe ich es sehr positiv da es eine neue Ausdrucksform ist die sich mit dem Medium Videospiele beschäftigt und die auch neue Zielgruppen erschließt. Leider ist da aber auch viel Mist dabei, wobei das nicht mal schlimm ist. Jeder bekommt ja dann mit den Zuschauer Zahlen die Rückmeldung. Ich selbst spiele lieber Spiele als mir vorspielen zu lassen.

Micha: Eigentlich ist es ja eine Revolution weil jeder sein eigenes Zeug ins Netz laden kann und dann Rückmeldung bekommt. Ich selbst spiele auch lieber die Geschichten um diese richtig erleben zu können.

Kevin: Wie würdet Ihr Superlevel im Deutschen Spielejournalismus einordnen?

Manu: Schwierige Frage. Superlevel ist von den nicht professionellen Journalistischen Angeboten die erste Anlaufstelle in Deutschland geworden. Kann ich so sagen da ich ja selbst nur Autor dort bin (lacht).

Micha: Ich selbst bin ja nur über Insert Moin auf Superlevel, aber auch bevor ich dort reingestolpert bin fand ich, dass hier der Anspruch besteht aus den üblichen Blogs hervorzustechen. Das ist auf der Ebene auch gut gelungen. Im professionellen Bereich ist Superlevel aber im Vergleich noch sehr klein.

Manu: Trotzdem hat Superlevel seine Nische gefunden. Hier wurde schon früh sehr stark auf den Indie Sektor Bezug genommen und damit ein Alleinstellungsmerkmal gehabt.

Micha: Ebenso hat man hier keine klassischen Wertungen weil davon auch bewusst Abstand genommen werden soll. Es ist schon eine Gegenbewegung dazu. Hier auch eine kleine Anekdote von einem The Witcher Interview gestern. Wir haben einen Producer interviewt und dabei Fragen zum Spiel gestellt das ja aus Polen kommt und sehr viele Anlehnungen an Mythologie hat. Eher aus Gag haben wir dann gefragt was sonst so die üblichen Interview Fragen sind. Darauf sagt er so: „Ja, ob das Spiel nun 30 oder 60 FPS hat, wo sind die Unterschiede zwischen Xbox One und PS4, wann kommt es raus usw.“

Manu: Das ist wirklich schon traurig weil das Infos sind die man aus einem einfachen Datenblatt entnehmen kann und dafür wird Interview Zeit verschenkt. Viele Journalisten sind scheinbar in diesem Produktjournalismus gefangen der nicht mehr ist als eine Kaufberatung.

Micha: Man muss aber alternative Wege finden das Spiel zu besprechen indem man mehr Punkte hinter den Fakten anspricht. Das es ist, wie es ist liegt aber nicht daran das die Autoren dumm sind, es ist eher eine Kombination aus mäßiger Bezahlung und der Fließbandproduktion was dazu führt das man immer gleiche Floskeln liest. Bei Superlevel ist das anders weil die Leute das in ihrer Freizeit aus persönlichem Antrieb machen. Man merkt es auch weil Print aktuell ziemlich den Bach runter geht,  was mir für Magazine wie die GEE Leid tut weil es dort genau so versucht wurde umzusetzen. Auch Magazine wie die Edge versuchen von diesem Standard Pfad der Artikel wegzukommen. Im Endeffekt bleibt es aber dabei das Journalismus viel Geld kostet.

Kevin: Was müsste eurer Meinung nach Print tun um auch in der jungen Generation wieder besser anzukommen?

Manu: Die Chance ist vorbei. Print selbst ist ein sterbender Markt. Nicht nur im Spielejournalismus ist das so, auch Tageszeitungen schreien ja wegen ihrer sinkenden Auflage. Heute ist die Art der Informationsaufnahme sehr viel stärker im Netz vertreten. Hier sieht man einen Like, da bekommt man eine Empfehlung für einen Artikel und dann liest man den, aber man hält sich keine Stunde auf der entsprechenden Seite auf. Das Magazin an sich kommt noch aus einer Zeit als es diese alternativen Wege nicht gab und war eine Stütze. Heute bietet es keinen Mehrwert mehr. Die Informationen sind veraltet und die Heft-DVD’s sind wertlos. Wer das frühzeitig erkannt hat ist rechtzeitig ins Netz. Projekte wie Polygon werden mit richtig viel Geld unterstützt, haben auch online diesen Magazin Charakter und funktionieren.

Micha: Ich denke es wird sich in zwei Lager aufteilen. Einmal die Elitären Magazine die schon eine Kombination aus Buch und Magazin sind und nur alle 2-3 Monate erschienen dafür aber auch 15€ kosten und den richtigen Schund der nicht mehr ist als bedrucktes Toilettenpapier. Die Mitte wird allerdings großflächig komplett zusammenbrechen.

Manu: Da lässt sich auch gut die Entwicklung beobachten das Spiele immer mehr in den Feuilleton Bereich der Zeitungen Erwähnung finden. Wenn ich dann mal was über Spiele lesen will, selbst wenn ich nicht mit dem Gebiet vertraut bin erwarte ich, dass es im Kultur Bereich zu finden ist.

Kevin: Wie beurteilt Ihr die Entwicklung des Themas „Virtual Reality“ und würdet Ihr sagen, dass dies die Zukunft des Gaming ist?

Manu: Ich habe beide Systeme ausprobiert, sowohl die Oculus Rift als auch Sonys Project Morpheus und ich glaube nicht, dass es die Zukunft ist. Dafür ist es noch zu teuer und es wird die meisten Leute zu sehr beängstigen. In einer unserer Sonntagsfolgen (A.d.Red.: Le Brunch) haben wir mit der Professorin Linda Breitlauch darüber diskutiert und das wird den meisten einfach noch zu krass sein. Es gibt noch zu viele Stolpersteine: der Preis der am besten unter 300$ liegen sollte weil man sonst zur Konsole preislich noch eine Konsole kauft, es ist anstrengend für die Augen usw.

Micha: Dazu kommt der Umstand, dass man etwas auf dem Kopf haben muss um es genießen zu können. Es ist also ähnlich wie bei den 3D Brillen. Bestimmte Zielgruppen werden sich das holen und damit ihren Spaß haben, aber Massentauglich ist es nicht. Das wird erst besser wenn es Technologien gibt die das Bild so Projizieren können das du keine Brille brauchst sondern dich einfach in den Raum setzt und egal wo dein perfektes 3D siehst. Ähnlich wird es sich mit der Virtuellen Realität verhalten.

Manu: Wenn man beispielsweise ein Brillengestell hat welches das Bild auf die Netzhaut projiziert dann ist es besser. Die Technik muss und wird sich weiterentwickeln.

Kevin: Ich habe bei „The Division“ euren 120% Sticker neben all den Awards gesehen, was sagt ihr zu dem Spiel?

Manu: Ich habe mich schon lange auf das Spiel gefreut weil es mich direkt angesprochen hat. Ich spiele schon gerne mal einen Shooter dann aber bitte eher Taktisch. Dieses Spielprinzip in Kombination mit dem postapokaliptischen Sci-Fi Setting geht für mich voll auf. Ebenso begeistert mich, dass es keine künstlichen Grenzen gibt. Wenn man nicht weiter kommt liegt das daran das die eigene Ausrüstung noch nicht zu dem Grad der Verseuchung des kommenden Gebietes passt. Diese Tatsache lässt das Spiel die Immersion beibehalten und erinnert den Spieler nicht daran, dass es ja alles nur ein Spiel ist. Auch der Multiplayer scheint fließend in das Spiel überzugehen in dem man beim Erkunden zufällig auf andere Spieler trifft. Das dürfte spannend werden.

Micha: Eigentlich mag ich diese reaktionären Geschichten von Tom Clancy gar nicht. Bei The Division hat man aber schon fast einen Zombiefilm ohne Zombies bei dem Clancy nur als Marke dient um den potentiellen Käufern einen bekannten Namen zu bieten. Mich fasziniert das die Welt so glaubwürdig scheint. Die Entfernungen die man als Spieler zurücklegt und Größenverhältnisse scheinen zu passen. Ich war auch gebannt als der normale Taktik und Deckungs-Shooter plötzlich sein Skillsystem eröffnet hat das mich wirklich überrascht hat. Da vergibt man gerne 120%.

Kevin: Ich bedanke mich für das Interview und wünsche noch einen schönen Tag. 

 

Ich sehe auch meine Schwächen was die Audio Version eines Interviews angeht. Häufig bestätige Ich das gehörte unbewusst durch ein „mh“ was sich nicht sehr angenehm hört. Sollte ich noch einmal ein Interview machen dürfen werde ich das unterlassen.

アキラ

Gestern habe ich es endlich geschafft. Ich habe Akira gesehen.
Zunächst zum Film. Akira ist ein 1988 veröffentlichter Film der auf der Manga Vorlage von Katsuhiro Otomo beruht. Das Grundgerüst ist schnell erzählt. Nachdem Tokyo von einer gewaltigen Katastrophe zu großen Teilen zerstört wurde beginnt der dritte Weltkrieg. 31 Jahre nach dem Ende dieses Krieges im Jahr 2019 ist die Handlung im neu aufgebauten Neo-Tokyo angesiedelt. Dabei wird schnell klar das diese Stadt in einem miserablen Zustand ist. Rivalisierende Jugendliche Gangs liefern sich auf futuristischen Motorrädern Hetzjagden durch die Stadt, Studenten Protestieren in der Altstadt in Szenen die unwillkürlich an die Pariser Vororte erinnern. Das ganze ist wird düster gezeichnet und die Stimmung die in der Luft liegt zeugt von einer heruntergekommenen Stadt. Teilweise kommen mir Vergleiche mit einer Stadt wie Detroit in den Sinn. Einst eine große wichtige Metropole scheint diese jetzt in ihren letzten Atemzügen zu liegen. Und genau so wirkt dieses Neo-Tokyo auf mich.
Zur Geschichte mag ich gar nicht viel sagen. Generell gibt es auch gar nicht so viel zu sagen. Der Film lebt eher von der Stimmung, der rasanten Erzählweise und den tollen Zeichnungen. Und trotzdem zieht mich dieser Film nicht in seinen Bann. Die Optik überzeugt unter dem Gesichtspunkt der Veröffentlichung 1988 durchaus. Aber wenn ich bedenke wie häufig mir Akira unter der Bezeichnung „Meilenstein“ untergekommen ist so kann ich das nicht nachvollziehen.

Es ist schwer diesen Punkt in Wort zu fassen da es so viele Dinge zu bedenken gibt. Der Film hat eine Laufzeit von knapp zwei Stunden. Das ist schon eine gute Hausnummer, kann aber unmöglich die knapp 2000 Seiten des Manga zusammenpressen. Und genau dort verliert Akira für mich. Es werden die Probleme der Stadt gezeigt die eindeutig als Sozialkritik zu verstehen ist, aber diese werden einfach nicht Thematisiert. Wieso gehen den die Studenten auf die Straße und liefern sich blutige Kämpfe mit den Sicherheitskräften? Wieso versuchen die Revolutionäre den Umbruch zu erzwingen? All das sind Punkte die nicht geklärt werden und die den Film für mich ohne Motivation stehen lassen. Unter dem Gesichtspunkt der Tatsache das dieser Film älter ist als ich kommen hier noch viele Faktoren hinzu. Es waren Zeiten als der Kalte Krieg noch allzu gut in Erinnerung war, in einer Zeit als Macht alles bedeutete. All sind Faktoren die man dem Film und seiner Stimmung anmerkt, aber diese Stimmung kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso ist das Medium des Manga und Anime für mich nichts neues. Ich weiß das es ernste, harte und gnadenlose Anime geben kann die eben nicht das Klischee des Kinderfilm erfüllen. Vor 26 Jahren war das in der westlichen Welt aber nicht so verbreitet. Hier hat Akira Brücken geschlagen und Pfade geebnet. Und aus exakt diesem Grund werde ich den Film noch ein zweites Mal schauen und mir die Manga Vorlage besorgen. Ich möchte der komplexen Geschichte einen Raum geben in dem es möglich ist mich zu packen und mir zu zeigen das sie nicht so oberflächlich ist wie es mir der Film vermittelt. Das in dieser Geschichte so viel mehr steckt als es zu sein scheint. Auch deshalb werde ich mir eine Wertung deshalb nicht abringen. Es wäre für mich einfach nicht richtig etwas zu werten von dem ich noch keinen richtigen Eindruck habe.

Trotz dessen kann ich den Film empfehlen um sich vor allem selbst ein Bild zu machen von den Klassikern der Anime Filme.

PS: Ich habe den Film auf Japanisch mit Deutschen Untertiteln gesehen.

God Bless America

I mean, why have a civilization anymore if we no longer are interested in being civilized?

Dieses Zitat trifft den Punkt des Filmes auf den ich mit diesem Beitrag eingehen möchte sehr gut. „God Bless America“ ist ein Film ohne Scham und Grenzen. Ein Film der einen Spiegel erhebt und den Zuschauer mit der Wahrheit konfrontiert. Trotz dessen glaube ich das der Film damit nicht die Zielgruppe findet für die eben dieser Spiegel nötig wäre.

„God Bless America“ beginnt mit Frank. Frank ist ein Durchschnittstyp mit einem durchschnittlichen Job, einer durchschnittlichen Wohnung und einem durchschnittlichen Auto. Von der ersten Minute merkt der Zuschauer das Frank zu mehr bestimmt ist. Er ist ein reflektierter Mann der Wert auf Umgangsformen, Anstand, Respekt, Würde und Toleranz legt. Werte die in den meisten westlichen Gesellschaften immer mehr in Vergessenheit geraten. Werte die von der neuen Generation nicht geschätzt werden weil Klicks mehr zählen als Worte, weil Schlagzeilen besser ankommen als Fakten, weil das Werfen eines frisch Entfernten Tampons mehr Leute vor den Fernseher zieht als hochwertig aufbereitete Informationen. Und mit dieser Gesellschaft hat Frank ein Problem. Ich werde bewusst nicht weiter auf die Wendungen der Geschichte eingehen, kann aber verraten das Frank zusammen mit der jungen Roxy, in der er eine Gleichgesinnte findet, auf einem blutigen Trip durch die Vereinigten Staaten eine Botschaft hinterlässt. Eine Botschaft die von der skizzierten Gesellschaft die vom Ausbeuten von Personen zehrt wohl nicht verstanden werden wird. 

„God Bless America“ ist kein Film für einen lauen Nachmittag. Dieser Film will erreichen das man über den Inhalt und die Idee des Gezeigten nachdenkt. Dabei wird dem geneigten Betrachter sicher bewusst das diese Gesellschaft eben nicht nur in den Staaten existiert. Auch in einer deutlich Amerikanisch ausgerichteten Gesellschaft wie der Deutschen macht sich diese Entwicklung bemerkbar. Wie sonst ist zu erklären das Sendungen wie „X-Diarys“, „Schwer verliebt“, „Familien im Brennpunkt“ oder auch „Bauer sucht Frau“ volle Erfolge sind? Die gemeine Zuschauerschaft fordert Sendungen in denen Menschen dargestellt werden denen es schlecht geht und die am besten am Boden sind. Alles mit dem Zweck das sich der Betrachter besser fühlt. Das man das Gefühl bekommt, das eigene Leben ist ja doch ganz gut. Als wäre es nicht möglich dies selbst zu erkennen. Diese Gesellschaft braucht ständig Bestätigungen die aufzeigen, dass alles doch gar nicht so schlimm ist. Vielleicht bildet das ja auch den Konter zu der stetigen Flut schlechter Nachrichten. Autounfall hier, Bombenanschlag dort, Flutwelle in Bangladesch und generell steht das nächste Krisengebiet auf der Kippe. Unter all diesen vermeintlichen Weltuntergängen suchen die Menschen nach Halt, nach einem Strohhalm der aufzeigt wie klein doch die eigenen Probleme sind. Genau an diesem Punkt geht die Entwicklung in die falsche Richtung. Es muss aufhören als Kollektiv über Menschen zu lachen die offensichtlich ausgenutzt werden. Es muss aufhören Nachrichten zu schauen in denen aus einem winzigen Ereignis über das fast nichts bekannt ist auf Gedeih und Verderb eine Sondersendung gezimmert wird. Es sollte sich besonnen werden auf die Dinge die wichtig sind und die zur Reflektion von Aussagen und Meinungen beitragen. Eine Eigenschaft die immer seltener wird. Es wird zu wenig nachgedacht. Hier bietet sich ein kleiner Selbsttest an. Wann wurde das letzte mal durchgehend über einen langen Zeitraum über eine Sache nachgedacht? Es ist selten das man heutzutage über Probleme einmal eine Stunde durchgängig grübelt ohne abzuschweifen. Die Gesellschaft hat die Fähigkeit zu fokussieren und zu philosophieren verloren.

Das ist eine Entwicklung die zu bedauern ist.

Fazit:

  • Qualität der Blu-Ray ist Top
  • Soundtrack ist Spitze
  • Handlung fesselt bis zum Schluss
  • Szenen sind durchaus explizit
  • Film regt zum Nachdenken an

God Bless America: 9/10

Video ist quasi kein Spoiler da die Szene sehr zu Beginn des Films läuft.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=52EnTtGstKg&w=420&h=315]

Der Pavillon im Regen

Gestern Abend habe ich mir den aktuellen Film von Makoto Shinkai angesehen. Seit ich den Film „5 Centimeters Per Second“ von ihm sah bin ich begeistert gewesen. In diesem Film wird die Stimmung so Intensiv das ich noch lange nach ende des Filmes über diesen nachdachte. Das Erlebnis wird umso intensiver da der Film mit seinen 60 Minuten sehr kurz ist und eigentlich nicht wirklich viel passiert. Doch diese ständige Stimmung des ungesagten ist so bedrückend und spürbar das sie mir den Atem raubte. Es sind Gedanken die jeder kennt, die jeder versteht. Es geht um das ungesagt und um die Enttäuschungen die einem das Leben entgegen schleudert. Und um das Wachsen, das Lernen das auf diese Enttäuschungen folgt. Das Überwinden und zu neuer Größe kommen. All dies macht den Film für mich so besonders.

Daraufhin hatte ich Shinkai im Auge. So sah ich als nächstes „Children who chase lost voices“. Ein Film der noch dramatischere Problematiken des Lebens aufgreift. Es geht um Verlust und Trauer. Um den tiefen Schmerz der einen nicht los lassen lässt. Ein so großes Verlangen die bessere Zeit zurück zu bringen das man sich selbst verliert. Ein nicht weniger beeindruckender Film. Doch trotz dessen hat er mir nicht so sehr gefallen wie 5cm. Shinkai probiert sich hier an einer schnelleren und actionreicheren Erzählweise. Dies fiel für mich negativ auf da ich die ruhige Atmosphäre von 5cm deutlich drückender empfand.

Mit der Erinnerung an beide Filme im Gedächtnis schaute ich gestern dann „The Garden of Words“. Ohne große Umschweife kann ich nur sagen wie begeistert ich bin. Dieser Film wirkt eher wie ein Kurzfilm. Mit einer Dauer von 46 Minuten ist er erstaunlich kurz und komprimiert. Erneut sind es Themen die jeden betreffen. Erwachsen werden und lernen, Ziele und Träume verfolgen und mit den Schwierigkeiten des Lebens fertig werden. Kurz zum Plot:

Hauptperson ist der Oberschüler Takao der davon träumt Schuhmacher zu werden. Immer wenn es regnet schwänzt er die erste Stunde und begibt sich in den nahe gelegenen Park um Skizzen von Schuhen anzufertigen. Dabei trifft er auf Frau Yukino. Im verlauf des Filmes treffen die beiden sich dort immer wieder und eine Verbindung entsteht.

Die Handlung wird wieder in der ruhigen Erzählweise vermittelt wobei fast durchgängig im Hintergrund das leise Rauschen des Regens zu vernehmen ist. Besonders hervorzuheben ist auch erneut die Qualität der Zeichnungen. Ich bin immer wieder erstaunt wie detailliert die Schauplätze in Anime aussehen können. Der Stil ist über jeden Zweifel erhaben. Für Shinkai Fans ist The Garden of Words somit unbedingt zu empfehlen. Auch für „Neueinsteiger“ kann ich eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen. Dieser Film zeigt erneut das Anime kein Genre für Kinder ist und durchaus anspruchsvoll sein kann.

The Garden of Words: 9,5/10

Maskerade

Ich glaube jeder Mensch hat eine Maske. Eine Maske mit der er sich schützen kann. Die er aufsetzt um nach außen etwas zu zeigen was nicht ist. Um insgeheim an einem eigenen Ort im inneren sein wahres selbst zu verstecken. Eine Maske die anderen zeigen soll das alles okay ist, auch wenn das nicht wahr ist. Ich nutze diese Maske jetzt schon seit einiger Zeit. Und sie erfüllt ihren Zweck.

Vor einigen Monaten wurde ich von meiner Freundin verlassen. Sie wollte „etwas neues weil Sie das Gefühl hat etwas zu verpassen“. 5 Jahre war ich mit Ihr zusammen. Eine Zeit in der ich immer ehrliche und aufrichtige Gefühle für Sie hatte. 5 Jahre in denen ich mich an der Beziehung halten konnte und so auch die Phasen überwunden habe in denen man nicht weiß wie es weiter gehen soll. Diese Sicherheit fehlt mir. Mein Umfeld hat mich zu der Zeit ziemlich im Regen stehen lassen. Einzig mein bester Freund versuchte ab und an eine neue Motivation zu stellen. Das positive hervorzuheben. Schließlich bin ich ja noch Jung und jetzt auch ungebunden. Die Welt steht mir offen. Aber das will ich nicht. Ich Studiere und weiß eigentlich nicht ob es der richtige Weg ist. Aber das weiß ich schon lange nicht mehr. Angefangen bei meiner Ausbildung die ich wählt weil ich eh nicht wusste in welche Richtung es mich zieht bis zu der Entscheidung ob ich die Karriere Leiter weiter erklimmen will. Nie wusste ich ob es das richtige ist. So machte ich meine Fachhochschulreife und studiere nun. Dabei war immer meine Freundin an meiner Seite. Doch seit 6 Monaten ist das nicht mehr. Und seit dieser Zeit versuche ich darüber hinweg zu kommen und es zu verarbeiten. Aber ich schaffe es nicht. Ich fühle mich Ziel und Planlos. Unmotiviert und mit einer erdrückenden Gleichgültigkeit versuche ich irgendwie weiter zu machen. Wenigstens das Studium am laufen zu halten und nicht in einer Abwärtsspirale alles den Bach runter gehen zu lassen. Teilweise schaffe ich das. Teilweise nicht.

Es ist nicht so das ich nicht mehr lachen kann. Natürlich kann ich mich noch erfreuen. Aber doch kommt immer wieder dieser Moment an dem ich mit meiner Stimmung in ein Loch falle. Zum Beispiel heute ist so ein Tag. Es ist regnerisch und grau draußen. Und ebenso fühlt sich meine Stimmung an. Gerade an solchen Tagen fällt es mir schwer meine Maske zu wahren. Mich stark zu geben. Immer wieder wundere ich mich das niemand sieht das mich etwas bedrückt. Das niemand erfragt wie es mir geht. Natürlich wird man immer wieder gefragt „wie geht es dir?“ aber dabei handelt es sich doch nur um die leere Phrase. Niemand will wirklich wissen was da wirklich schlummert. Gerade deshalb fehlt mir der Halt der Beziehung. Es ist nicht so das ich diese Frau wieder an meiner Seite haben möchte. Dafür hat Sie mich zu sehr verletzt. Aber eine Beziehung gibt eine Sicherheit, einen Halt und eine Wärme. Die mir eine Nähe bietet wie ich sie sonst nicht habe.

Es gibt Studien die zeigen das Menschen es nicht schaffen aus einer gegenwärtig schlechten Situation positiv in die Zukunft zu sehen. Das kann ich absolut bestätigen. Egal was ich mir für ein Bild der Zukunft ausmale, es ist immer schlecht. Ich studiere in einer Technischen Richtung und bin somit jeden Tag ausschließlich von Männern umgehen. Ich habe keine Hobbys und gehe nicht gern feiern. Es gibt keinen Ort an dem ich mit Frauen die ich interessant finden könnte ich Kontakt kommen. Und damit habe ich auch keine Hoffnung in naher Zukunft wieder diese Sicherheit die mir fehlt zu bekommen. Es ist zum verzweifeln. 

Aber was bleibt einem am Ende als die Maske aufzusetzen und weiter die gute Laune zu mimen obwohl man innerlich am Boden liegt?

Oscars, Gravity, American Hustle und Kino im Allgemeinen

In der vergangenen Sonntag Nacht liefen wieder die Oscars, bei denen sich die Stars ihr berühmtes Stelldichein gaben. Erstmals war es auch mir möglich diese Veranstaltung live im TV mitzuverfolgen. Das wichtigste was mir dabei auffiel war das ich zu wenige Filme schaue. Nun kann das daran liegen, dass man als Student nicht so große Sprünge machen kann wenn ein Kino Besuch mit durchschnittlich 15€ zu Buche schlägt (man möchte ja wenigstens etwas trinken). Oder auch daran das einige Filme gar nicht erst im nächsten Kino laufen. Nun verfolgte ich gespannt die Veranstaltung die von der überaus sympatischen und humoristisch veranlagten Ellen DeGeneres moderiert wurde. Dabei galten vor allem die beiden Filme Gravity und American Hustle als Favoriten mit jeweils 10 Nominierungen. Im Nachhinein kann man wohl festhalten das Gravity durchaus als Gewinner (7 Oscars) des Abends bezeichnet werden kann wohingegen American Hustle als großer Verlierer (0 Oscars) zu vermelden ist. Nun schaute ich direkt ob es sich ermöglichen ließe all diese vermeintlich tollen Filme noch zu sehen um sich selbst eine Meinung bilden zu können. Erstaunt stellte ich fest das Gravity der eigentlich schon nicht mehr im Kino laufen sollte doch noch für diverse 17:30 Uhr Vorstellungen im UCI meines Vertrauens lief. Also wurde sogleich die Entscheidung gefällt eben jenen Film der sehr oft gelobt wurde und häufig in Verbindung mit Sätzen à la „Dafür wurde Kino gemacht“, „Selten habe ich so eine gute Umsetzung von 3D gesehen“, „Genau solche Filme wünsche ich mir für das Kino“ genannt wird noch zu schauen. So saß ich dann im Kinosaal ziemlich verlassen mit 4 anderen Menschen und schaute mir den mit 91 Minuten doch recht kurzen Film gespannt an. Bei der Zahl an Zuschauern verstehe ich auch durchaus wieso ich für die Vorstellung gut 11€ gezahlt habe.

Gravity

Nach einer ziemlich enttäuschenden Ladung an Trailern (bei der nur Spiderman 2 interessant war) sah ich dann endlich den gelobten Film. Ich muss direkt feststellen das der Oscar für die „Beste Kamera“ überaus verdient verliehen wurde. Alleine die Tatsache, dass die erste Sequenz mit einer Länge von ~15 Minuten durchgängig in einem Take gedreht wurde ist fantastisch. Diese Art den Film einzuleiten ist so banal und doch genial, weil die häufigen Schnitte und Einstellungsänderungen bei Blockbustern schon Alltag geworden sind. Es gibt in dieser Sequenz eine Einstellung, bei der die Kamera zunächst auf den Anzug von Frau Bullock zufliegt, um dann durch das Visier in den Helm selbst einzutauchen. Es ist fantastisch wie sich alleine in dieser Szene der Ton verändert. Im weiteren Verlauf des Filmes wurde ich dann doch so durch die Handlung gepackt, dass der tatsächliche Realismus des Weltraum Settings eher in den Hintergrund geriet. Nur eine einzelne Szene ließ mich doch stutzen. So hängt Frau Bullock mit ihrem Kameraden ein einem Seil an der ISS und es hat den Anschein das eben jener Kamerad immer weiter weggezogen würde. Überdenkt man diese Situation aber noch einmal wird einem schnell bewusst das ein einziger Ruck von Ihr schon dazu führen würde das jener Kamerad sich wieder auf die ISS zubewegt. Schließlich hat er in dem Moment in dem Sie ihn packt schon sein physikalisches Moment verloren und beide befinden sich in einem stationären Zustand zu jener ISS. Nun ist diese Szene aber dem Spannungsbogen geschuldet und kann somit unter „Künstlerischer Freiheit“ ausgelegt werden. Überwiegend war ich in der Erzählstruktur der Geschichte doch sehr gefangen und die schiere Kraft der Bilder ließ mich nicht los. Dies kann durchaus von der Tatsache herrühren das ich eine große Faszination für den Weltraum an sich und somit auch für den Blick auf die Erde von „außen“ empfinde. Dies stellt quasi auch einen Traum dar den ich schon lange in mir trage. Einfach die Erde von außen sehen und den „Overview-Effekt“ erleben. Sehen das die Erde keine Grenzen kennt, dass sie einfach das große Ganze ist. Aber ich schweife ab. Eine Sache die der Film nie tut. Mit seiner Laufzeit von knapp 1,5h ist er knackig kurz und das ist auch gut so. Die Geschichte wird schnell und flüssig erzählt so das die Zeit wie im Flug vergeht. Betrachte ich Gravity nüchtern, ist es durchaus ein Film der für mich nicht alle Oscars verdient hat die er bekam. Zurecht blieb auch der Oscar für die beste Hauptdarstellerin aus, da ich die Leistung von Frau Bullock nicht als exzellent bezeichnen würde. Dafür hat sie mir ihre Rolle nicht überzeugend genug verkauft. Die Oscars für Kamera und Visuelle Effekte sind über jeden Zweifel erhaben. Allerdings kann ich besonders den Oscar für „Beste Filmmusik“ nicht bedenkenlos abnicken. Dies kommt vor allem durch zwei Gründe. Ich habe 1. keinen Song bewusst wahrgenommen so das er mir im Gedächtnis blieb und 2. am gestrigen Mittwoch American Hustle gesehen. Dort blieb mir direkt ein Song im Ohr der mir jetzt noch immer im Kopf hängt.

A Horse with no Name

Gravity: 9/10

American Hustle

Nun wollte ich nach Gravity nicht aufhören Filme aus der Oscar Nominierung nachzuholen, also bestellte ich direkt am nächsten Tag eine Karte für American Hustle. Und wieder kann ich direkt vorwegnehmen das ich es nicht bereue. Zwar legte ich erneut mit einem Getränk 15€ auf den Tisch, aber nun gut. Im Saal angekommen stellte ich zunächst erfreut fest das der Saal diesmal doch besser gefüllt war als in Gravity. Erneut folgte eine relativ ernüchternde Trailer Sammlung von der wieder nur Spiderman 2 und zu meiner Überraschung auch der Film Labor Day (Trailer – ja, die Ghost Szene ist kitschig) überzeugend aussahen und Lust auf mehr machten. American Hustle selbst ist eine wunderbar verzwickte und komplex erzählte Geschichte. Auf einer Inception Skala die bei Inception eine 10 hat wäre es zwar sicher nur eine 6 aber das ist meiner Meinung nach schon mehr als die meisten Filme bieten. Ich stehe ja auf verzweigte Handlungen die nicht so einfach zu durchschauen sind. Nun ist die Hauptrolle mit einem durchaus als dick zu bezeichnenden Christian Bale meiner Meinung nach sehr gut besetzt. Er wirkt für mich nie deplatziert und kleine Details wie seine Angewohnheit die Brille mit dem Finger wieder nach oben zu rücken lassen die Rolle sehr echt wirken. Ebenso ist die weibliche Hauptrolle mit einer bezaubernden Amy Adams besetzt. Das Setting ende der 70er Jahre steht ihr ausgezeichnet. Generell ist zu erwähnen das die Schauspielerische Leistung in diesem Film auf ganz hohem Niveau ist. Ein Bradley Cooper macht hier eine genau so gute Arbeit wie eine Jennifer Lawrence. Doch gerade Amy Adams hätte ich den Oscar „Beste Hauptdarstellerin“ wirklich gegönnt. Das ein Christian Bale das äquivalent zum Hauptdarsteller nicht bekommt, war bei der extrem starken Konkurrenz durch 12 Years a Slave und Dallas Buyers Club abzusehen. Der Film hat sich für mich nie gezogen oder langweilig angefühlt und blieb dauerhaft über seine 138 Minuten fesselnd. Und das vor allem und trotz der praktisch nicht vorhanden Action. Die Geschichte könnte fast schon einem Theaterstück gleich kommen da sie von den wenigen, dafür umso fesselnderen Charakteren lebt. Ich habe Gefallen an diesen handgemachten guten klassischen Filmen gefunden die von ihren Geschichten und Bildern leben. Deshalb finde ich es auch schade das er nicht einen Oscar bekommen hat. Ich finde es wäre durchaus verdient gewesen diesem tollen Film einen zu verleihen.

American Hustle: 9,5/10

Natürlich ist dies alles mit Vorsicht zu genießen, da ich einen großen Teil der restlichen Filme noch nicht gesehen habe. Gerade Dallas Buyers Club, 12 Years a Slave und Her würde ich gerne bald möglichst nachholen. Allerdings wird dies schwierig, da die Blu-Ray für Dallas Buyers Club erst im September und die für 12 Years erst im Mai erscheinen. Einzig bei Her besteht die Chance das ich ihn Ende März, wenn er in Deutschland anläuft, eventuell sehen kann. Doch das wird wohl vom Kino abhängen. Das UCI zumindest hat noch den Status „Unklar“ für Her. Im schlimmsten Fall muss ich eben noch weiter fahren um einen einzelnen Film zu sehen.

Bleibt festzuhalten das die Liste für die zu schauenden Filme nur unwesentlich kürzer geworden ist. Es bleiben:

Allein die Länge der Liste zeigt schon aus was noch ansteht. Ich danke für das lesen bis hier hin und würde mich über eure Meinungen in den Kommentaren freuen.