Maskerade

Ich glaube jeder Mensch hat eine Maske. Eine Maske mit der er sich schützen kann. Die er aufsetzt um nach außen etwas zu zeigen was nicht ist. Um insgeheim an einem eigenen Ort im inneren sein wahres selbst zu verstecken. Eine Maske die anderen zeigen soll das alles okay ist, auch wenn das nicht wahr ist. Ich nutze diese Maske jetzt schon seit einiger Zeit. Und sie erfüllt ihren Zweck.

Vor einigen Monaten wurde ich von meiner Freundin verlassen. Sie wollte „etwas neues weil Sie das Gefühl hat etwas zu verpassen“. 5 Jahre war ich mit Ihr zusammen. Eine Zeit in der ich immer ehrliche und aufrichtige Gefühle für Sie hatte. 5 Jahre in denen ich mich an der Beziehung halten konnte und so auch die Phasen überwunden habe in denen man nicht weiß wie es weiter gehen soll. Diese Sicherheit fehlt mir. Mein Umfeld hat mich zu der Zeit ziemlich im Regen stehen lassen. Einzig mein bester Freund versuchte ab und an eine neue Motivation zu stellen. Das positive hervorzuheben. Schließlich bin ich ja noch Jung und jetzt auch ungebunden. Die Welt steht mir offen. Aber das will ich nicht. Ich Studiere und weiß eigentlich nicht ob es der richtige Weg ist. Aber das weiß ich schon lange nicht mehr. Angefangen bei meiner Ausbildung die ich wählt weil ich eh nicht wusste in welche Richtung es mich zieht bis zu der Entscheidung ob ich die Karriere Leiter weiter erklimmen will. Nie wusste ich ob es das richtige ist. So machte ich meine Fachhochschulreife und studiere nun. Dabei war immer meine Freundin an meiner Seite. Doch seit 6 Monaten ist das nicht mehr. Und seit dieser Zeit versuche ich darüber hinweg zu kommen und es zu verarbeiten. Aber ich schaffe es nicht. Ich fühle mich Ziel und Planlos. Unmotiviert und mit einer erdrückenden Gleichgültigkeit versuche ich irgendwie weiter zu machen. Wenigstens das Studium am laufen zu halten und nicht in einer Abwärtsspirale alles den Bach runter gehen zu lassen. Teilweise schaffe ich das. Teilweise nicht.

Es ist nicht so das ich nicht mehr lachen kann. Natürlich kann ich mich noch erfreuen. Aber doch kommt immer wieder dieser Moment an dem ich mit meiner Stimmung in ein Loch falle. Zum Beispiel heute ist so ein Tag. Es ist regnerisch und grau draußen. Und ebenso fühlt sich meine Stimmung an. Gerade an solchen Tagen fällt es mir schwer meine Maske zu wahren. Mich stark zu geben. Immer wieder wundere ich mich das niemand sieht das mich etwas bedrückt. Das niemand erfragt wie es mir geht. Natürlich wird man immer wieder gefragt „wie geht es dir?“ aber dabei handelt es sich doch nur um die leere Phrase. Niemand will wirklich wissen was da wirklich schlummert. Gerade deshalb fehlt mir der Halt der Beziehung. Es ist nicht so das ich diese Frau wieder an meiner Seite haben möchte. Dafür hat Sie mich zu sehr verletzt. Aber eine Beziehung gibt eine Sicherheit, einen Halt und eine Wärme. Die mir eine Nähe bietet wie ich sie sonst nicht habe.

Es gibt Studien die zeigen das Menschen es nicht schaffen aus einer gegenwärtig schlechten Situation positiv in die Zukunft zu sehen. Das kann ich absolut bestätigen. Egal was ich mir für ein Bild der Zukunft ausmale, es ist immer schlecht. Ich studiere in einer Technischen Richtung und bin somit jeden Tag ausschließlich von Männern umgehen. Ich habe keine Hobbys und gehe nicht gern feiern. Es gibt keinen Ort an dem ich mit Frauen die ich interessant finden könnte ich Kontakt kommen. Und damit habe ich auch keine Hoffnung in naher Zukunft wieder diese Sicherheit die mir fehlt zu bekommen. Es ist zum verzweifeln. 

Aber was bleibt einem am Ende als die Maske aufzusetzen und weiter die gute Laune zu mimen obwohl man innerlich am Boden liegt?