Der Pavillon im Regen

Gestern Abend habe ich mir den aktuellen Film von Makoto Shinkai angesehen. Seit ich den Film „5 Centimeters Per Second“ von ihm sah bin ich begeistert gewesen. In diesem Film wird die Stimmung so Intensiv das ich noch lange nach ende des Filmes über diesen nachdachte. Das Erlebnis wird umso intensiver da der Film mit seinen 60 Minuten sehr kurz ist und eigentlich nicht wirklich viel passiert. Doch diese ständige Stimmung des ungesagten ist so bedrückend und spürbar das sie mir den Atem raubte. Es sind Gedanken die jeder kennt, die jeder versteht. Es geht um das ungesagt und um die Enttäuschungen die einem das Leben entgegen schleudert. Und um das Wachsen, das Lernen das auf diese Enttäuschungen folgt. Das Überwinden und zu neuer Größe kommen. All dies macht den Film für mich so besonders.

Daraufhin hatte ich Shinkai im Auge. So sah ich als nächstes „Children who chase lost voices“. Ein Film der noch dramatischere Problematiken des Lebens aufgreift. Es geht um Verlust und Trauer. Um den tiefen Schmerz der einen nicht los lassen lässt. Ein so großes Verlangen die bessere Zeit zurück zu bringen das man sich selbst verliert. Ein nicht weniger beeindruckender Film. Doch trotz dessen hat er mir nicht so sehr gefallen wie 5cm. Shinkai probiert sich hier an einer schnelleren und actionreicheren Erzählweise. Dies fiel für mich negativ auf da ich die ruhige Atmosphäre von 5cm deutlich drückender empfand.

Mit der Erinnerung an beide Filme im Gedächtnis schaute ich gestern dann „The Garden of Words“. Ohne große Umschweife kann ich nur sagen wie begeistert ich bin. Dieser Film wirkt eher wie ein Kurzfilm. Mit einer Dauer von 46 Minuten ist er erstaunlich kurz und komprimiert. Erneut sind es Themen die jeden betreffen. Erwachsen werden und lernen, Ziele und Träume verfolgen und mit den Schwierigkeiten des Lebens fertig werden. Kurz zum Plot:

Hauptperson ist der Oberschüler Takao der davon träumt Schuhmacher zu werden. Immer wenn es regnet schwänzt er die erste Stunde und begibt sich in den nahe gelegenen Park um Skizzen von Schuhen anzufertigen. Dabei trifft er auf Frau Yukino. Im verlauf des Filmes treffen die beiden sich dort immer wieder und eine Verbindung entsteht.

Die Handlung wird wieder in der ruhigen Erzählweise vermittelt wobei fast durchgängig im Hintergrund das leise Rauschen des Regens zu vernehmen ist. Besonders hervorzuheben ist auch erneut die Qualität der Zeichnungen. Ich bin immer wieder erstaunt wie detailliert die Schauplätze in Anime aussehen können. Der Stil ist über jeden Zweifel erhaben. Für Shinkai Fans ist The Garden of Words somit unbedingt zu empfehlen. Auch für „Neueinsteiger“ kann ich eine bedenkenlose Empfehlung aussprechen. Dieser Film zeigt erneut das Anime kein Genre für Kinder ist und durchaus anspruchsvoll sein kann.

The Garden of Words: 9,5/10

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