アキラ

Gestern habe ich es endlich geschafft. Ich habe Akira gesehen.
Zunächst zum Film. Akira ist ein 1988 veröffentlichter Film der auf der Manga Vorlage von Katsuhiro Otomo beruht. Das Grundgerüst ist schnell erzählt. Nachdem Tokyo von einer gewaltigen Katastrophe zu großen Teilen zerstört wurde beginnt der dritte Weltkrieg. 31 Jahre nach dem Ende dieses Krieges im Jahr 2019 ist die Handlung im neu aufgebauten Neo-Tokyo angesiedelt. Dabei wird schnell klar das diese Stadt in einem miserablen Zustand ist. Rivalisierende Jugendliche Gangs liefern sich auf futuristischen Motorrädern Hetzjagden durch die Stadt, Studenten Protestieren in der Altstadt in Szenen die unwillkürlich an die Pariser Vororte erinnern. Das ganze ist wird düster gezeichnet und die Stimmung die in der Luft liegt zeugt von einer heruntergekommenen Stadt. Teilweise kommen mir Vergleiche mit einer Stadt wie Detroit in den Sinn. Einst eine große wichtige Metropole scheint diese jetzt in ihren letzten Atemzügen zu liegen. Und genau so wirkt dieses Neo-Tokyo auf mich.
Zur Geschichte mag ich gar nicht viel sagen. Generell gibt es auch gar nicht so viel zu sagen. Der Film lebt eher von der Stimmung, der rasanten Erzählweise und den tollen Zeichnungen. Und trotzdem zieht mich dieser Film nicht in seinen Bann. Die Optik überzeugt unter dem Gesichtspunkt der Veröffentlichung 1988 durchaus. Aber wenn ich bedenke wie häufig mir Akira unter der Bezeichnung „Meilenstein“ untergekommen ist so kann ich das nicht nachvollziehen.

Es ist schwer diesen Punkt in Wort zu fassen da es so viele Dinge zu bedenken gibt. Der Film hat eine Laufzeit von knapp zwei Stunden. Das ist schon eine gute Hausnummer, kann aber unmöglich die knapp 2000 Seiten des Manga zusammenpressen. Und genau dort verliert Akira für mich. Es werden die Probleme der Stadt gezeigt die eindeutig als Sozialkritik zu verstehen ist, aber diese werden einfach nicht Thematisiert. Wieso gehen den die Studenten auf die Straße und liefern sich blutige Kämpfe mit den Sicherheitskräften? Wieso versuchen die Revolutionäre den Umbruch zu erzwingen? All das sind Punkte die nicht geklärt werden und die den Film für mich ohne Motivation stehen lassen. Unter dem Gesichtspunkt der Tatsache das dieser Film älter ist als ich kommen hier noch viele Faktoren hinzu. Es waren Zeiten als der Kalte Krieg noch allzu gut in Erinnerung war, in einer Zeit als Macht alles bedeutete. All sind Faktoren die man dem Film und seiner Stimmung anmerkt, aber diese Stimmung kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso ist das Medium des Manga und Anime für mich nichts neues. Ich weiß das es ernste, harte und gnadenlose Anime geben kann die eben nicht das Klischee des Kinderfilm erfüllen. Vor 26 Jahren war das in der westlichen Welt aber nicht so verbreitet. Hier hat Akira Brücken geschlagen und Pfade geebnet. Und aus exakt diesem Grund werde ich den Film noch ein zweites Mal schauen und mir die Manga Vorlage besorgen. Ich möchte der komplexen Geschichte einen Raum geben in dem es möglich ist mich zu packen und mir zu zeigen das sie nicht so oberflächlich ist wie es mir der Film vermittelt. Das in dieser Geschichte so viel mehr steckt als es zu sein scheint. Auch deshalb werde ich mir eine Wertung deshalb nicht abringen. Es wäre für mich einfach nicht richtig etwas zu werten von dem ich noch keinen richtigen Eindruck habe.

Trotz dessen kann ich den Film empfehlen um sich vor allem selbst ein Bild zu machen von den Klassikern der Anime Filme.

PS: Ich habe den Film auf Japanisch mit Deutschen Untertiteln gesehen.

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