Samantha.

Theodore: Oh, what do I call you? Do you have a name?
Samantha: Um… yes. Samantha.
Theodore: Really? Where did you get that name from?
Samantha: I gave it to myself actually.
Theodore: How come?
Samantha: Cause I like the sound of it. Samantha.
Theodore: When did you give it to yourself?
Samantha: Well, right when you asked me if I had a name I thought, yeah, he’s right, I do need a name. But I wanted to pick a good one, so I read a book called „How to Name Your Baby“, and out of a hundred and eighty thousand names that’s the one I liked the best.
Theodore: Wait, you read a whole book in the second that I asked what your name was?
Samantha: In two one hundredths of a second actually.

Samantha also, ein Name den Theodore wohl sein Leben lang nicht vergessen wird. Theodore ist ein unscheinbarer Mann. Ein Mann der Hauptberuflich emotionale Briefe im Auftrag anderer Menschen für ihre geliebten schreibt. Theodore ist ein sensibler Mann, und er ist verletzt. Nach vielen Jahren hat sich seine Frau entschieden das die Ehe der beiden nicht fortbestehen kann wie sie ist und damit die Scheidung verlangt. Diese steht zu Beginn des Films allerdings seit etwa einem Jahr im Raum. Die gemeinsame Zeit des Erwachsenwerdens, des Lebens und Liebens, all das hat die beiden geprägt und macht damit den finalen Abschluss schwer. Als Theodore dann eines Tages von einem neuen Betriebssystem erfährt, das eine künstliche Intelligenz besitzt, gibt er diesem eine Chance und wird überrascht von der Menschlichkeit die in diesem System steckt. Ausgehend von diesem Grundgerüst entwickelt sich eine Geschichte die nie zu abgedreht wird. Stehts bleiben die Handlungen von Theodore nachvollziehbar und klar. Diesen Punkt rechne ich dem Film hoch an da er so sehr angenehm über seine 2h Laufzeit trägt.

Besonders interessant finde ich an dem Film allerdings die Botschaften die man selbst in die Geschichte interpretieren kann. Eine Liebesbeziehung zwischen einem Menschen und einer nicht physisch existierenden Persönlichkeit treibt für mich den Gedanken der pluralistischen Gesellschaft auf die Spitze. Gerade in Hinblick auf den Umstand das selbst eine homosexuelle Beziehung, die mittlerweile schon überwiegend toleriert wird, doch noch häufig mit argwöhnischen Blicken und Vorurteilen zu kämpfen hat. Wie soll dann eine Beziehung mit einem Computer je legitimiert werden? Es ist viel grundlegender eine generelle Frage der Toleranz für Lebensweisen, die Personen für sich gewählt haben. Wirft man allerdings einen Blick auf das Bild der Gesellschaft die in „her“ gezeigt wird zwingt sich unvermeidbar ein Gefühl der Distanz auf. Es wirkt glaubhaft wie eine unmittelbare Zukunftsversion der Gegenwart. Die Interaktion zwischen den Menschen schrumpft weiter, die Interaktion mit dem Smartphone steigt und wird durch einen Ohrstöpsel der mit diesem verbunden ist noch omnipräsenter. Dazu kommt der Fakt das jeder die Spracheingabe nutzt und damit permanent mit sich selbst redet. Unter all diesen Geistern fällt gar nicht weiter auf wenn Theodore nicht nur eine Mail diktiert oder die Nachrichten hört, sondern liebevoll mit Samantha spricht. Durch Ihre unbegrenzten Möglichkeiten sich über das Internet weiter zu entwickeln und Theodores Leben zu analysieren stellt sich Samantha sehr auf Theodore ein und zieht so auch den Zuschauer direkt in Ihren Bann. Das die Stimme von Scarlett Johansson hier eine wichtige Rolle spielt will ich dabei nicht unterschlagen. Diese glänzt mit ihrem sanften Stimme ebenso wie es Joaquin Phoenix während des gesamten Films tut. Ich finde es immer wieder faszinierend wie ein Film der leisen Töne und des seichten Erzählflusses so eindrücklich im Gedächtnis bleibt. Hier verdient Spike Jonze großes Lob. Dieses bekommt er auch für die tollen Bilder die der Film liefert. Um die futuristische Zukunft darzustellen wurden viele Szenen in Shanghai gedreht. Dies fällt selten direkt ins Auge, ist dem Film aber sehr zuträglich.

Abschließend bleibt mir nur eine Empfehlung aussprechen. Her hat vollkommen zurecht einen Oscar für das beste Drehbuch bekommen und qualifiziert sich damit schon von ganz allein für einen gemütlichen Filmabend.

Her: 9/10

PS: Ich habe die Blu-Ray Version geschaut im Englischen O-Ton mit Englischen Untertiteln. Die verwendete Sprache ist nahezu immer auch ohne Untertitel mit Schulenglisch zu verstehen, teils aber durch Flüstern sehr leise, was die Untertitel doch vorteilhaft macht.

Anbei nochmal die Liste der noch zu schauenden Filme:

  • Nebraska
  • Philomena
  • Blue Jasmine
  • Der große Gatsby
  • Dallas Buyers Club
  • 12 Years a Slave
  • Captain Phillips
  • Her
  • Helium (Kurzfilm)
  • Mr Hublot (animierter Kurzfilm)

Von diesen Filmen liegt die Blu-Ray schon hier:

  • All is Lost
  • The Act of Killing (Dokumentarfilm)
  • Der Butler
  • Rush