Finding yourself

Ich bin sehr emotional. Ich rede häufig mit mir selbst. Beide Eigenschaften führen dazu das ich mich gerne beim schauen von Anime gehen lasse. Dies konnte ich bei „Attack on Titan“ ebenso wie bei „Sword Art Online“ oder „Log Horizon“ beobachten. Diese drei Anime sind häufig Actionlastig. Wenn Kirito als erster und einziger Spieler überhaupt den Zwei Schwerter Kampf benutzt und damit alleine einen Boss besiegt um seine Freunde zu retten bin ich gefangen. Ich werde laut, ich fiebere mit und schreie sogar (so geschehen im nahezu finalen Kampf von AoT). Damit können Anime bei mir Emotionen ans Tageslicht bringen die sonst z.B. Sport weckt. All dies ist nicht schlimm. Doch es verwirrt mich auch manchmal. Wie heute, bei „Sakurasou no Pet na Kanojo“. Warum es mich verwirrt? Weil dieser Anime keine aufregenden Momente hat. Es sind viel mehr Geschichten der leisen Worte die hier erzählt werden. Geschichten wie ich sie schon in „5 cm per Second“ oder „Garden of Words“ gerne gehört habe. Und doch schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen, Werfe den Kopf auf den Tisch oder pausiere die Folge um mir die Situation nochmals selbst vor Augen zu führen.

Sakurasou no Pet na Kanojo beleuchtet das Leben von Sorata. Ein Junge der Oberstufe der Sui High der keine Ahnung hat wie er sein Leben gestalten soll. Er wohnt im namengebenden Sakurasou, einem Wohnheim der Schule für „Problemschüler“. Dort ist er aber nicht untergebracht weil er negativ auffiel, nein, er ist nur dort weil im normalen Wohnheim keine Tiere erlaubt sind und er eine streunende Katze aufgenommen hat. Diese darf er mit in das Sakurasou nehmen und somit ist es beschlossen. Als nun eines Tages eine gewisse Shiina Mashiro im Wohnheim einzieht dreht dies sein Leben auf links. Mashiro ist eine geniale Malerin die mit dem Ziel Mangaka zu werden nach Japan gekommen ist. Der Haken daran ist einzig, dass Sie nicht in der Lage ist ein selbstständiges Leben zu führen. Sie lebt für das Zeichnen, voll und ganz. Aus diesem Grund ergibt es sich das Sorata für Sie sorge trägt und sich um Sie kümmert. Was bis hier vollkommen unspannend wirkt ist es auch. Die Geschichte dreht sich im recht kleinen Rahmen, wird konsistent von Folge zu Folge weiter gesponnen und deutet stehts an was der große Punkt ist: die sich entwickelnde Liebe zwischen der emotional unbedarften Shiina und Sorata.

Shiina hat mit Ihrem 100 prozentigen Einsatz und Eifer für ihre Leidenschaft eine Wirkung auf Sorata die er nie erwartet hätte. Sie beflügelt Ihn dazu seinen eigenen Traum verwirklichen zu wollen, dafür hart zu arbeiten und sich richtig rein zu hängen. Die Sache ist einzig das Sorata eben kein Genie ist. Und so folgt ein Fehlschlag auf den nächsten. Eine Situation die mich emotional vollkommen mitreißt. Aber wie kommt es unter diesen Umständen zu einer so heftigen Reaktion von meiner Seite? Aus einem simplen Umstand heraus: Ich bin Europäer. Anime bilden für gewöhnlich Situationen aus dem Leben von Japanern ab, mit Ihren Werte und Norm Vorstellungen, mit ihren sozialen Strukturen und allem was dazu gehört. So manchem ist sicher bekannt wie steif Japaner sein können. Packt man dies nun in eine sensible und emotionale Liebesgeschichte wird es für mich teils unverständlich. Als Europäer ist eine offene und teils sehr Körperbetonte Art allgegenwärtig. Trifft man Freunde umarmt man sich, eine vermeintlich unkomplizierte Geste die in der Japanischen Gesellschaft offensichtlich kaum möglich scheint wenn diese zwischen Mann und Frau erfolgen soll. Und so wird jede Emotionale Szene zur Tortur wenn wieder nicht die Gefühle ausgesprochen werden, wenn wieder keine Umarmung erfolg wo sie angebracht wäre. Es ist erschütternd mitreißend zu sehen wie die beiden mit der Situation zu Kämpfen haben, mit den Gefühlen die Sie so nie kannten und die sie beeinflussen. Ich habe Sakurasou sehr genossen. Es ist genau der Ton den ein Anime anschlagen muss um bei mir genau ins Schwarze zu treffen.

An dieser Stelle möchte ich auch auf den Anime „Your Lie in April“ hinweisen. Dieser hat mich ebenso wie Sakurasou komplett aus der Bahn geworfen. An einem faulen Sonntag begann ich Your Lie zu schauen und konnte nicht aufhören ehe die letzte Folge endete. Alles dazwischen war ein emotionaler Ritt durch die Hölle. Wenn man Your Lie in April am Stück schaut, so muss man sich auf harten Tobak einstellen. Auf die Geschichte gehe ich hier nicht weiter ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.