Pathetic.

Das schön an diesem Blog ist das er wie ein vergessenes Tagebuch in einer einsamen Ecke einer Bibliothek ist. Für jeden sichtbar, aber nur selten verirrt sich jemand hier her. Dies hat zur Folge das ich hier Sachen schreiben kann die ich im Zweifel nie laut aussprechen würde. Heute möchte ich solch eine Sache niederschreiben.

Ich habe Toradora geschaut. Einen schönen Anime über die Liebe und die Irrungen und Wirrungen der Jugend. Und während ich die Folgen quasi verschlungen habe hat sich ein Gefühl in mir breit gemacht. Ein Gefühl welches ich nicht in der Lage bin in klare Worte zu fassen. Ein Gefühl das in eine Kerbe schlägt mit Emotionen wie Wehmut, Melancholie oder Sehnsucht. Es ist ein wenig so als würde ich mir etwas zurückwünschen das ich vor einem halben Leben verloren habe. Und ich fühle mich ernsthaft schrecklich dabei. Ich bin mit 16 Jahren eine Beziehung eingegangen die 5 Jahre halten sollte. Ich habe somit einen beträchtlichen Teil meines Lebens mit einer Person an meiner Seite verbracht. Jetzt bin ich 24, seit 3 Jahren alleine und ich realisiere immer mehr was das eigentliche Problem ist. Einsamkeit. Ich wohne jetzt seit bald einem Jahr in Dresden, bin auf mich alleine gestellt, habe hier eigentlich keine richtigen Freunde und mache so mein eigenes Ding. Ich gehe alleine ins Theater, zu Poetry Slams, ins Kino. Soziale Kontakte sind auf den täglichen Uni Besuch und meine Mitbewohnerin beschränkt. Da gerade letzteres zusätzliche Nerven raubt kann ich kaum behaupten hier Freunde zu haben. 10 Monate und keine Freunde. Irgendwie schon erbärmlich. Interessanterweise lande ich damit wieder bei einem Artikel den ich vor über 2 Jahren hier veröffentlicht habe. Man setzt seine Maske auf, gibt das Alltagsbild wieder, verzweifelt aber am alleine sein. Letztendlich bin ich noch zu jung um mich über Einsamkeit zu beschweren. Glaubt man den Medien kann sich dieser Zustand jeden einzelnen Tag ändern. Aber sind wir mal ehrlich, wenn wir das Dictionary of obscure sorrows hinzuziehen finden wir hierfür ein Wort: Olēka.

Die Realisierung wie wenige Tage im eigenen Leben wirklich Erinnerungswürdig bleiben. 99% aller Tage des Jahres lebt man sein Leben vor sich hin und man wird sie sehr bald wieder vergessen haben. Und aus genau diesem Grund muss ich die Ohren steif halten. Es kommen bessere Tage. Tage an die ich mich erinnern werde. Dieser hier, wo ich dieses seltsame Gefühl habe, wird keiner davon sein. Und bis diese besseren Tage kommen werde ich meine Stimmung mit folgendem Lied aufhellen das mir schon vor vielen Jahren die Laune verbessert hat. Denn im Endeffekt geht es immer darum einfach weiter zu gehen. Egal wie groß die Steine im Weg sein mögen.

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